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Der Prozess gegen Gregor Heiser


Am 28.07.1653, vormittags


Im Beisein der Herren Schaffer,Paul Winkler, Marktrichter,Christoph Haan undHans Wieser

"Er bekennt, er heiße mit seinem Tauf- und Zunamen Gregor Heiser. Er sei 18 oder 19 Jahre alt. Sein Vater heiße Thomas Heiser. Der sei auch hier inhaftiert. Die Mutter heiße Gertraud. Sie sei weggegangen, er wisse nicht wohin. Sie habe ihn hierher zum Vater geschickt, um ihn zu suchen und heim zu bringen. Daraufhin sei er dann neben seinem Vater im Arrest inhaftiert worden. Er gibt an, er sei über seinen Vater (er wisse aber nicht wie lang das her sei) in der Krakauer Gegend in Dienst gekommen und er habe bis vergangene Ostern Ziegen und Schafe gehütet. Diese Ostern sei sein Vater zu ihm in die Krakau gekommen. 

Hauptplatz St. Lambrecht

Statue am Hauptplatz von St. Lambrecht

Er bekennt, sein Vater habe vor ungefähr 4 Jahren zu ihm gesagt, wenn er das Zaubern lernen wolle, so werde er ihm das auch lehren. Er müsse aber dem Bösen Geist seine Seele schenken. Darauf sei bald der Böse Geist in der Kohlenhütte bei Sankt Lorenzen bei Tamsweg anwesend gewesen und habe gesagt, wenn er, der Gregor, das nicht tun wolle, werde er ihn zerreißen. Er habe darauf gesagt, weil ihn sein Vater dazu benötige, müsse er das tun. Der Böse Geist habe gesagt, es gäbe keine Bedenken. Darauf seien sie in den Lungau zu einem Gastmahl gefahren, wo viele Leute hingeflogen seien. Er aber sei mit seinem Vater auf einem dürren Wacholder-Ast aufgesessen und auch hin gefolgt. Er habe dort mit seinem Vater und einem anderen jungen Menschen namens Lex, der sich in der Krakau aufhält, gegessen und getrunken. Er habe vor dem Essen 2 Finger auf den Tisch gelegt und Gott den Allmächtigen, die Heilige Dreifaltigkeit, Unsere Liebe Frau und dem ganzen Himmlischen Heer widersagen und es verleugnen müssen. Er habe gesehen, dass der Böse Geist an den Füßen Krallen gehabt habe. Der habe zu ihm gesagt, er dürfe sich nicht fürchten und sei so mit seinem Vater zu zwei Mahlzeiten mitgefahren.

2.   Er gesteht, dass folgende Kameraden ebenfalls bei diesen Teufels-Mahlzeiten gewesen seien: Ein kleines Dirndl namens Sarah, die von einem Kramer weggelaufen sei. Dann ein kleines Mandl namens Leyerer Jargl, ein zerlumpter Mensch. Er hält sich oberhalb von Murau in Sankt Georgen auf.

3.  Er bekennt: Bei solchen Mahlzeiten hätten sie gehabt: Kirschsuppe, Schmalzsuppe, Pfeffer und Dampfkoch (aber kein Fleisch, kein Salz und kein Brot). Diese Mahlzeit sei dort oben bei einem Eck auf der Magdalena-Alm gewesen. Nach der Mahlzeit seien sie in des Teufels Namen aufgesessen und dann geflogen. Sie hätten Wetter und Hagel gemacht und sich in Stadl an der Mur niedergelassen. Wenn sie nun Schauer und Wetter gemacht hätten, hätten sie Mursand, der in einem Krug gewesen sei und den der Böse Geist gehalten habe, mit der Hand heraus genommen und in des Teufels Namen ausgesät. Daraus seien das Wetter und der Schauer hervorgegangen. Das sei vor ungefähr 4 Jahren geschehen. 

4.  Er bekennt: Vor über zweieinhalb Jahren seien sie auf einer Alm (die zu Kerch gehört) gefahren und sie seien auf dem Magdalens-Berg aufgesessen. Er, sein Vater und der einäugige Marxl, wären zugleich mitgefahren. Der Böse Geist habe eine ganze Stärtin (566 Liter) Wein auf einem Wagen hinauf geführt. Der Wagen habe 4 Eier als Räder gehabt und einen Strohhalm für den Wagen, zusammen mit  4 Böcken anstelle der Rosse.

5.  Er bekennt, sie seien vor eineinhalb Jahren um den Herbst herum am Kulm oberhalb von Murau dreimal in des Teufels Namen auf einem dürren Wacholder-Ast aufgesessen. Sie seien am Tag in den Wolken herum gefahren und hätten ziemlich viel Reif gemacht und großen Schaden angerichtet.

Speicher neben Stift St. Lambrecht

Wirtschaftsgebäude beim Stift St. Lambrecht

6.  Er bekennt: Er habe einmal ein „Agnus Dei“ (Anhängsel mit der Darstellung des Osterlammes) gehabt, das ihm ein Geistlicher in der Kinder-Lehr gegeben habe. Der Teufel habe ihn deswegen zerreißen wollen und habe es ihm weggenommen, mit dem Vorwurf, dass er ihm nicht dienen wolle sondern das Gegenteil und er werde es ihm heimzahlen. Er habe ihm auch verboten, das „Agnus Dei“ anzurühren. Der Teufel sei schwarz zu ihm gekommen und habe Krallen an den Füßen gehabt und genäselt.

7.  Er bekennt: Der Teufel hätte zu ihm auch gesagt: Wenn er einen Wolf bannen wolle, so soll er eine große Erbse in einen alten Ofen werfen. Dann wolle er schon kommen und die Wölfe bringen. Darauf hätte er einmal beim Hackele übernachtet und damit geprahlt. Der Hackele aber habe gesagt, er glaube es nicht, dass er einen Wolf machen könne und er wolle einen altes dürres Schaf dafür hergeben. Er habe eine  große Erbse in einen alten Ofen geworfen. Darauf sei der Wolf zusammen mit dem Hackele gekommen und habe das dürre Schaf niedergerissen. 

8.  Er gesteht: Der Teufel habe ihm einmal einen Gulden, 30 Kreuzer und 6 Schilling zu verschiedenen Gelegenheiten gegeben. Den Gulden habe er vertrunken. Um die 30 Kreuzer habe er ein paar Schuhe und um die 6 Schilling einen Hut gekauft. Der Teufel habe ihm gesagt, wenn er mehr von ihm verlangen würde, dann würde er zornig werden. 

9.  Er bekennt, der Teufel habe von seinem Vater verlangt, er solle ihm seinen Sohn, also ihn den Gregor, übergeben. Darauf habe der Vater gesagt, ja er wolle ihn ihm schenken. Als der Böse Feind ihn angegriffen habe, da habe sein Herz schneller geschlagen und dann hab es ausgesetzt.

10.  Er bekennt: Der Böse Geist hätte bei den Teufels-Mahlzeiten, bei denen er gewesen sei, auf einer Trommel geschlagen. Die Teufelinnen hätten sich zu schönen Jungfrauen verwandelt. Er hätte mit einer solchen Jungfrau namens Luzia bei der Nacht im Bett zu tun gehabt. 

11.  Er bekennt: Der Teufel habe ihm und seinem Vater (was auch der Vater gesteht) und versprochen, ein schönes Musikinstrument zu machen, wie er auf so einem Instrument zu den Mahlzeiten aufgespielt habe. 

12.  Er gesteht: Nachdem der Böse Geist die heilige Hostie von ihm verlangt habe, habe er zunächst einmal in Rauten gebeichtet und ihm diese dann gegeben. Danach hab er dreimal in Sankt Peter gebeichtet und alle drei Mal die heilige Hostie aus dem Mund genommen und zwischen den Fingern gehalten und diese dem Bösen Geist, der jedes Mal vor der Kirchentür heraußen auf ihn gewartet habe, gegeben.

 

 

29. Juli 1653, am Nachmittag

 

Fresko St. Lambrecht

Fresko in der Stiftskirche aus der Zeit des Prozesses

Im Beisein der Herren: Schaffer,Paul Winkler, Marktrichter,
Christoph Haan und Hans Wieser

13.  Er bekennt: Vor 4 Jahren seien bei einer Teufels-Mahlzeit fünf Tische mit allerlei Leuten gewesen. Er sei auf dem ersten Tisch gewesen. Seine Kameraden seien damals gewesen:
der Sopf Zenz, der Loran Michl, der halte sich im Lungau auf, dann einer mit dem Namen Bärtl, der gehe viel herum, einer heiße Gori, der sei sonst in Sankt Ruprecht zuhause und sei ein Bettler. 

14.  Bei den Leuten am unteren Tisch sei einer gewesen, der heiße Spaichen, dessen Freund Georg, sei in der Hinteregg und komme einmal her und gehe wieder weg, immer bettelnd. Einer mit dem Namen Moschlwitsch, ein schändlicher Mensch. Die hätten gezaubert, Schnee, Wind, Reif und Regen gemacht. Er habe auch dabei geholfen. 

15.  Er bekennt: Am dritten Tisch sei einer gewesen mit dem Namen Prust Jäggl, der halte sich in Stallbaum bei Murau auf. Er führe viele Buben herum und sei noch jung. Er habe noch keinen Bart. Dann sei dort einer mit dem Namen Katzenpuffer. Der halte sich im Lungau auf. Der sei auch ein Zauberer und von Beruf ein Korbmacher. 

16.  Am vierten Tisch seien folgende Personen gewesen:
Eine Person, die heiße Kristl. Die halte sich bei Murau auf. Sie gehe zum Betteln herüber. Dann einer mit dem Namen Matter zu Lindt. Er halte sich in einer Badestube auf, mit seiner Frau und seinem Buben. Diese Badestube gehöre dem Huber in Kindberg. 

17.  Am fünften Tisch sei einer gewesen, der heiße Georg Krüger. Er halte sich in Stadl auf und sei Kegelmacher. Außerdem sei da einer, der heiße Jodl. Der sei Schuster und könne auch zaubern. Er halte sich bei Murau auf. 

18.  Dann seien da noch andere Kameraden gewesen:
Einer heiße Hans. Er mache kleine Eisenketten und Rosenkränze und verwende auch solche Rosenkranz-Perlen.
Dann sei da einer, der heiße Lukas. Der sei ein Schmied und arbeite bei Bauern. Er halte sich in der Krakauer Gegend auf und flicke Körbe. Der Riz, der schon tot sei, der sei der Anführer gewesen.
Auf jedem Tisch habe ein Böser Geist den Vorsitz gehabt.
Es habe auch Spielleute gegeben: Laier-Spieler, Geiger, Instrumentenspieler und Dudelsackpfeifer.

Statue St. Lambrecht

Detail aus der Stiftskirche St. Lambrecht

19.  Er gesteht: Damals sei da auch die Tochter des Teufels mit dem Namen Luzia gewesen. Sie habe ein schönes weißes Kleid mit schwarzen Spitzen gehabt. Er habe mit ihr zweimal getanzt und nach dem Tanzen mit ihr schlafen gehen müssen. Sie habe ihn zum Bett geführt und sich ausgezogen. Beim Tag sei sie wohl schön gewesen, bei der Nacht aber habe sie Krallen an den  Beinen gehabt. Vier Jahre habe er mit ihr jede Woche viermal Unzucht getrieben. Sie sei noch bei Tageslicht am Abend zu ihm gekommen. Sie hätten einander geküsst und wenn der Hahn gekräht habe, sei sie von ihm weg gegangen, mit dem Versprechen, sie wolle bald wieder zu ihm kommen.

20.  Er gesteht: Die heilige Hostie habe er dem Bösen Feind bei den Mahlzeiten und während des Tanzens gegeben. Der Böse Geist habe die Hostien auf den Boden geworfen und sie hätten alle mit den Füßen darauf getreten und dann darauf gebrunzt. Das habe auch er einmal gemacht. Mit einem Messer hätten sie Teig daraus gemacht und mit diesem Teig dann Wetter gemacht. Wenn sie Wetter machen wollten, hätten sie in einen Krug hinein gegriffen, eine Hand voll Teig heraus genommen und gesagt: “Ich sähe meinen Samen aus in des Teufels Namen! Es soll alles dick, dick erschlagen werden, was es trifft.“
Er, sein Vater, der Staber Blasi und der Riz seien in Teufels Namen auf einer Ofenschüssel
(hölzerne Schaufel zum Einschießen des Brotes in den Backofen) aufgesessen und hätten gesagt: “Ich sitze in des Teufels Namen auf!“ Dasselbe sei oft geschehen. 

21.  Er gesteht, der Marx im Greith bei Neumarkt mit seinen zwei Söhnen (Lamprecht und Anderl), diese drei seien auch immer gefahren und damals, das habe er gesehen, auf einer anderen Ofenschüssel geflogen. 

22.  Er bekennt: Er sei mit seinem Vater viermal geflogen. Seine Mutter Gertraud sei dreimal dabei gewesen. Das letzte Mal aber nicht, denn damals habe sein Vater die Mutter geschlagen. 

23.  Er gesteht, als er Luzia, die Tochter des Teufels, geheiratet habe, sei er 14 Jahre alt gewesen. Vor 14 Jahren sei dies geschehen und dabei seien 14 Tische voller Leut gewesen. Die Hochzeit habe drei Tage lang gedauert. Seine Mutter sei aber seines Wissens nicht dabei gewesen. 

24.  Er gesteht: Diejenigen, die dabei gewesen seien und die er erkannt habe, seien folgende gewesen:
Sein Vater,
der Riz (sei schon tot),
der Stöber Blasi (sei auch tot),
der Lorenz Katzenpuffer, der sei verheiratet. Seine Frau aber gehe mit einem Gerichtsdiener herum, den er kenne.
Ebenso der Jodl Katzenpuffer, der sei nicht verheiratet.
Ebenso der Zenz Tauber, der sei ledig und halte sich im Lungau auf. Er sei alt und habe einen weißen Bart und sei groß gewachsen.
Einer, der heiße Jakob und sei noch ledig und ziemlich einfältig. Einer heiße Zotl Hansl, sei ledig, mit einem schwarzen Bart. Er halte sich bei Sankt Peter ob Murau auf und sei ein Bettler. Ebenso einer, der heiße Zenz Degnus, der sei noch ledig und gehe bei den Leuten flicken. Der habe ein langes graues Bärtl.
Er bekennt, dass er seinen Verdacht nur von dem habe, was er von anderen Leuten gehört habe. 

25. Er bekennt, dass auch die Luzia ihm gesagt habe, am Donnerstag und am Samstag käme sie mit, denn das seien die Abende Unserer Lieben Frau. Sie habe das erste Mal von ihm verlangt, er solle ihr hl. Hostien mitbringen. Er habe ihr das erste Mal vor 4 Jahren eine gegeben. 

Außenansicht Stift St. Lambrecht

Stiftskirche St. Lambrecht

26. Er gesteht weiters von seinen Komplizen:
Da seien Gotthardt und Christoph. Die seien auch seine Kameraden gewesen, und wohnen im Ennstal und seien Schweinehirten.
Im Sommer seien es noch 30 gewesen, die seines Erachtens noch am Leben seien. Einer namens Paul, der gehe weit herum. Es sei ein hageres Mandl, weder alt noch jung. Einer mit Namen Georg Bruker. Ein langer. Er habe keinen Bart und sei in Hintereck, Spachneinen genannt, daheim.
Einer mit Namen Andre. Der habe eine krumme Hand.
Einer mit Namen Melchhart. Der habe eine Frau und 2 Kinder und sei im Etschland daheim.
Er sagt, er könne sie nicht alle mit dem Namen nennen. Die seien ihm teilweise entfallen.

27. Er gesteht: Die Wölfe banne er auf folgende Art und Weise: Er nehme eine graue Erbse in die Hand und werfe sie in einen alten Backofen und sage: „Ich nehme die graue Erbse in die Hand und werfe es hinein in Teufels Namen. Wenn ich dich ruf so komm!“

Hierauf komme der Teufel in Wolfsgestalt. Er aber sage: „Wo ich dich hinschicke, dort geh hin!“ Wenn er das getan habe, wenn er also dies erledigt habe, komme dieser wieder und sage: „Ich habe meine Sachen verrichtet, wie du es angeschafft hast. Wenn du mich weiterschicken willst, so sag’s!“ 

28. Er bekennt: Beim ersten Mal Wettermachen, als er anstatt des Teufels Namen den Namen Gottes genannt habe, habe er nicht viel zu Wege gebracht und wenig Schaden angerichtet. Der Schauer habe ihn selber getroffen. Ein andermal aber im Lungau habe er einen großen Schaden mit Schauer bewirkt, das dritte Mal habe er ein Hagelunwetter gemacht und das vierte Mal einen großen Schaden in der Untersteiermark hervorgerufen. 

29. Er gesteht: Er wisse es und habe es gesehen, dass sich seine Mutter auch dem Bösen Geist ergeben, ihn angebetet und dem Teufel 4 Hostien gegeben habe. Die habe der böse Geist auf den Fußboden geworfen. Sie hätten auch darauf gebrunzt (uriniert) und mit Wacholder-Holz ein Koch daraus gemacht und in einen Krug hineingegeben. Er habe es handweise herausgenommen und das Koch, wenn er in Teufels Namen gefahren sei, ausgeworfen und gesagt: „Es soll alles in Teufels Namen verderben!“ 

30. Er bekennt: Auch das Hemd, auf das sie getreten seien, hätten sie in eine Schüssel gegeben und danach hätten sie dasselbe ausgeworfen. Daraus seien Wind und Reif entstanden. Dabei gewesen seien er und sein Vater, der Ritz und der Katzenpuffer Lorenz. So oft sie ein Wetter gemacht hätten, hätten sie auch ein Essen gehabt. Das sei so dreimal geschehen. Sie hätte dabei viel getrunken und getanzt. 

Hof St. Lambrecht

Blick auf das Stift. St. Lambrecht - Kanzleieingang

31. Er bekennt: Die 10 Gebote Gottes könne er wohl beten und er habe sie erst vor 2 Jahren von einem bayrischen Dirndl gelernt. Wenn er sie aber beten wollte, sei der Böse Geist zu ihm sehr zornig gewesen und er habe ihn zerreißen wollen. Der böse Geist habe gesagt, wenn er ihm dienen wolle,  soll er solche Gebete nicht verwenden, sondern ihm allein dienen.

Er bekennt zum Schluss: Alles, was er vorher ausgesagt und gestanden habe, sei wahrhaftig wahr und er tue niemand unrecht. Damit beschloss er seine Aussage."

 

 

 

Urteil

"Auf die jetzt beschriebenen Aussagen und Geständnisse ohne Folter und mit Folter haben die hier anwesenden Herren und Rechtssprecher einhellig Urteil und Recht gesprochen und erkannt, dass die 3 Männer, die Verbrecher mit den Namen  

Lorenz Steger,
Thomas Heiser, 
Gregor Heiser 

wegen ihrer großen Sünden und Untaten, die sie begangen haben, das Leben verwirkt und den Tod verschuldet haben. 

Sie sollen deswegen am heutigen Tag im offenen, kaiserlichen Kriminalgericht den anderen zum abschreckendem Beispiel dem Scharfrichter übergeben werden. Er soll sie übernehmen und gut verwahren, zur üblichen Gerichtsstätte hinausführen und dort dem Thomas Heiser vor dem Scheiterhaufen mit glühenden Zangen in beider Brüste brennen und sodann ihn mit seinem Sohn, den Gregor Heiser und den Lorenz Steger am Scheiterhaufen vorher erwürgen und die toten Körper zu Staub und Asche verbrennen."

 Dieses Urteil wurde exekutiert am 4. August 1653.

 

Bild in der Kirche Stift St. Lambrecht

Bildausschnitt aus dem Vorraum der Stiftskirche St. Lambrecht

 

 

 

 

 

Anmerkung:
Dieses Protokoll wurde von Dr. Siegfried Kramer mit Unterstützung von Bernhard Reismann (dem ich für die Korrektur danke) in unsere heutige Sprache übertragen.
Das Originalprotokoll befindet sich im Steiermärkischen Landesarchiv .
Ich danke auch den außerordentlich freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeitern des Steiermärkischen Landesarchivs.
Graz 2011

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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