Lambrecht

Der Prozess in St. Lambrecht im Jahr 1653

Es war keine gute Zeit damals, im 17. Jahrhundert. Das Wetter war hundsmiserabel. Die Bettler rannten den Bauern die Türen ein. Die hatten aber selbst kaum genug zu essen. Immer wieder wurde die Ernte durch Unwetter vernichtet. Die „Kleine Eiszeit“ war in Europa. Damals hatte man andere Erklärungen. Zauberer waren unterwegs, die das Wetter schlecht machen konnten, weil sie einen Pakt mit dem Teufel, mit dem Bösen Geist hatten. Da machte man kurzen Prozess. Zum Beispiel dem Lorenz Steger (Prozessprotokoll)

Blick auf Stift und Schloss St. Lambrecht in der Zeit des Prozesses

Am selben Tag machten sie auch dem 84 jährigen Thomas Heiser den Prozess. Der war mit dem Lorenz Steger unterwegs gewesen. Mit Betteleien bei den Bauern kamen sie irgendwie über die Runden. Und diesem Thomas Heiser entlockte der Bannrichter, dass er die Wölfe mit magischen Kräften auf die Tiere der Bauern hetzen könne. Auf der anderen Seite könne er durch einen „Wolf-Segen“ bewirken, dass die Bauern vor den Wölfen sicher seien.  Die Bauern gaben ihm dafür ein wenig Getreide und gelegentlich Brot.  Genaueres finden Sie im Prozess gegen Thomas Heiser.

Im Prozess gegen den Semriacher Bauern Stefan Zechner steht übrigens, dass  man  im Lambrechter Prozess gegen ihn ausgesagt habe.  Tatsächlich wird er bei keinem der drei Prozesse namentlich genannt.  Es werden lediglich die Leute aus Semriach und Passail (2 Orte am Fuße des Schöckl bei Graz) beschuldigt, bei  teuflischem Treiben dabei gewesen zu sein.  Und auf diesem Schöckl fand auch die große Hochzeitsfeier zwischen seinem Sohn Gregor (den er dem Teufel versprochen habe) und einer gewissen Lucia (eine Tochter des Teufels) statt. Das jedenfalls phantasierte der Thomas Heiser unter Folter-Qualen und in Todesangst. Es war auch das Todesurteil für seinen 18 jährigen Sohn (Prozess gegen Gregor Heiser).

Alle Prozesse im Überblick